Asbest · Teil 2 von 4

Wo kann Asbest im Haus stecken? Die häufigsten Fundstellen

Von Ihrem Malerbetrieb aus Itzehoe · Lesezeit ca. 6 Minuten

Asbest wurde nicht nur in offensichtlichen Bauteilen wie Dachplatten verbaut (siehe Teil 1 zu Eigenschaften und Gefahr), sondern in ganz alltäglichen Materialien, die beim Renovieren als Erstes berührt werden. Genau das macht das Thema tückisch: Die Fundstellen sehen meist völlig unauffällig aus.

Wände und Decken

Boden

Fenster und Fassade

Technik und Sonstiges

Leeres Zimmer in einem Altbau vor der Renovierung – drei Lupen zeigen Stellen, an denen asbesthaltige Materialien stecken können: Wandspachtel, Fensterkitt an der Scheibe und Spachtel am Deckenübergang 1 2 3 Asbest in Spachtelmassen Asbest im Fensterkitt Asbest im Deckenspachtel
  1. 1 Wand unter der Tapete: Spachtelmasse und Ausgleichsputz – kritisch beim Schleifen, Bohren und Abschlagen, auch beim Abreißen alter Tapeten.
  2. 2 Fenster: Glaserkitt zwischen Scheibe und Holzflügel – kritisch beim Ausglasen und beim Abschlagen des alten Kitts.
  3. 3 Decke und Wand-Decken-Kante: Spachtelmassen wurden genauso an Decken verarbeitet wie an Wänden – deshalb gibt es für das Bohren in Decken mit asbestverdächtiger Spachtelmasse ein eigenes geprüftes Verfahren.

Beispielhafte Darstellung eines typischen Altbauzimmers – die Lupen zeigen Stellen, an denen asbesthaltige Materialien vorkommen können. Fliesenkleber ist eine weitere häufige Fundstelle, die in einem Wohnzimmer nicht zu sehen ist – dazu die Nahaufnahme unten.

Nahaufnahme einer alten Badezimmerwand: abgeplatzte Fliesen geben den darunterliegenden Fliesenkleber frei, eine Lupe zeigt die Asbestfasern stark vergrößert Asbest im Fliesenkleber

Hinter alten Fliesen sitzt der Kleber – bei Bädern aus den 1960er- bis frühen 1990er-Jahren eine der häufigsten Fundstellen. Sichtbar wird er meist erst, wenn eine Fliese abplatzt oder abgeschlagen wird. In der Lupe: eine Darstellung von Asbestfasern in starker Vergrößerung, wie man sie nur unter dem Mikroskop sieht – mit bloßem Auge oder einer echten Lupe ist am Kleber nichts zu erkennen.

Optisch nicht erkennbar: Ob ein Material tatsächlich Asbest enthält, lässt sich nicht am Aussehen erkennen – nur eine fachgerecht entnommene Probe und eine Laboranalyse geben Gewissheit. Was das für Sie als Eigentümer konkret bedeutet, erklärt Teil 3 dieser Serie.
Gut zu wissen: Eine intakte, unbeschädigte Fläche einfach zu überstreichen oder zu tapezieren ist meist unproblematisch (mehr dazu in Teil 1). Kritisch wird es erst, wenn eine dieser Fundstellen gebohrt, geschliffen, gestemmt oder entfernt werden soll.

Unsicher, ob eine Ihrer Fundstellen betroffen ist?

Schicken Sie uns Baujahr und ein Foto der betroffenen Stelle – wir sagen Ihnen ehrlich, worauf vor der Renovierung zu achten ist.