Manche Bauherren greifen zur nächstbesten Fassadenfarbe. Familie P. nicht. Für ihr Jugendstilhaus von 1909 in Hamburg haben sie sich lange und mit spürbarer Leidenschaft informiert, bis Konzept und Produkt wirklich passten. Empfohlen wurden wir von einem Kollegen – und durften am Ende genau das umsetzen, wofür der Bauherr so gebrannt hat. Für uns war es eines der größten und anspruchsvollsten Projekte, die wir bei Bedenknecht bisher gemacht haben.
Das Farbkonzept: Architektur statt Kontrast
Wie durchdacht die Herangehensweise war, beschreibt der Bauherr selbst am besten:
Die Sanierung der Fassade dieses Jugendstilhauses aus dem Jahr 1909 basierte auf einem bauhistorisch fundierten Farbkonzept, das sich an der Architektursprache seiner Entstehungszeit orientiert.
Das Farbkonzept setzt auf die differenzierte Wirkung von Putz, Stuck, Zierfachwerk und Holz anstelle kräftiger Farbkontraste. Die Architektur selbst bleibt der eigentliche Gestaltungsträger.
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts war die Wiederherstellung einer fein strukturierten Putzfassade. Erst die ruhige Oberflächenwirkung lässt Proportionen, Stuckdetails und die differenzierte Farbgestaltung als harmonische Einheit erscheinen.
Die enge Zusammenarbeit von Bauherr und Malerbetrieb ermöglichte eine Fassadengestaltung, die den architektonischen Charakter des Gebäudes authentisch und zeitgemäß interpretiert.
— Familie P., BauherrDer Ausgangspunkt: müder, dunkel verfärbter Altputz
Bevor wir übernommen haben, ließ der Bauherr die Fassade von einer Fachfirma abbeizen: Über die Jahre hatte sich eine dicke Kunststoffbeschichtung auf dem Putz abgelagert, die zunehmend speckig glänzte und für die historische Fassade ohnehin nicht die richtige Wahl war. Erst danach kam die Fassade zu uns – mit stark verwittertem, dunkel verfärbtem Altputz; Gesimse und Zierfachwerk waren kaum noch als solche zu erkennen.


Das Gerüst stand um das ganze Haus – überall zeigte der alte Putz Feuchtigkeit und Verschmutzung.
Ein System, ein Hersteller: das KEIM-Mineralputzsystem
Weil der Bauherr sich so gründlich informiert hatte, war für ihn auch bei den Produkten klar: kein Mix aus verschiedenen Herstellern, sondern ein geschlossenes System. Wir haben deshalb konsequent bei einer Marke geblieben – von der KEIM Armierung über den mineralischen Unterputz KEIM Putztorado 0,3 bis zum finalen Anstrich mit KEIM Granital. So arbeiten alle Schichten physikalisch zuverlässig zusammen, statt sich im schlimmsten Fall gegenseitig zu behindern.
Von Grund auf neu aufgebaut
Wir haben die Fassade komplett von Grund auf neu aufgebaut: Armierungsgewebe einarbeiten, mehrlagig mit Putztorado neu verputzen, das Zierfachwerk sauber herausarbeiten – Millimeter für Millimeter, bis die vom Bauherrn gewünschte ruhige, fein strukturierte Oberfläche entstand. Die letzte Schicht haben wir von Hand gefilzt statt geschliffen – das gibt der Fläche ihre feine, gleichmäßige Struktur. Zum Schluss haben wir auch die Dachuntersicht schlussbeschichtet und die Fenster neu gestrichen, damit am Ende wirklich alles aus einem Guss ist.


Handwerk vor Ort: Armierungsgewebe einarbeiten und die frische Putzschicht von Hand filzen.
Auch die Fensterbänke neu gedacht
Ein Detail, das viele übersehen würden: Die Fensterbänke waren ursprünglich ganz normale Klinkerbänke – die zum neuen, ruhigen Erscheinungsbild der Fassade nicht mehr passten. Wir haben uns deshalb bewusst entschieden, auch sie zu verputzen, sodass sie sich nahtlos in die fein strukturierte Putzfläche einfügen statt als Fremdkörper aufzufallen.


Vorher die normale Klinkerbank, nachher fein verputzt – passend zur ruhigen Gesamtwirkung der Fassade.


Auch der Giebel über dem Balkon: vorher verwittert und verblasst, nachher fein verputzt.
„In dieser Fassade steckt unser Schweiß, unser Blut und unsere Liebe zum Detail.“
Das Ergebnis: eine Fassade, die die Architektur sprechen lässt
Kein lauter Farbkontrast, sondern ruhige Flächen, die Stuck, Zierfachwerk und Proportionen des Hauses wieder für sich wirken lassen – genau das Ziel des Bauherrn.

Dieselbe Hausecke mit Balkon: einmal eingerüstet, einmal fertig saniert.


Erker mit Balkon: vorher stark verwittert, nachher fein verputzt.
Eines unserer größten Projekte
Hamburg liegt außerhalb unseres üblichen Einsatzgebiets rund um Itzehoe – für dieses Projekt haben wir gern eine Ausnahme gemacht. Es war eine echte Herausforderung, an einem denkmalwürdigen Altbau bauhistorisch sauber zu arbeiten, und gleichzeitig eines der Projekte, auf die wir am meisten stolz sind. Familie P. war während der gesamten Bauzeit mit ebenso viel Herzblut dabei wie wir – und hat sich gefreut, dass wir die Bilder hier zeigen dürfen.





Für uns ist das kein Auftrag
Wir verewigen uns in jedem Haus, das wir gestalten. Genau das macht unseren Beruf so besonders: Hier blühen wir auf, dafür brennen wir – dafür stehen wir morgens auf. Denn bei uns gilt: Partner helfen sich gegenseitig.
Ihr Altbau verdient das richtige Konzept
Ob Jugendstil, Gründerzeit oder Fachwerk – wir erarbeiten mit Ihnen ein Farb- und Fassadenkonzept, das zur Architektur Ihres Hauses passt. Ehrlich beraten, sauber umgesetzt. Meisterbetrieb aus Itzehoe.
